Podcast Diagnostik & Bildgebung Podcast 4. Jun 2026

Warum zervikogene Schwindelattacken eine irreführende Diagnose sind

Warum zervikogener Schwindel eine irreführende Diagnose ist

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Inhalt

00:00:00 Einführung

00:01:22 Warum „zervikaler Schwindel“ keine gültige Diagnose ist

00:03:36 Nackenschmerzen / eingeschränkter Bewegungsumfang als Folge von vestibulären Problemen

00:04:26 Sponsor: WriteUpp

00:06:00 Ein zeitlicher Zusammenhang mit Nackenschmerzen beweist keine Kausalität

00:08:15 Behebt eine Behandlung der Nackenprobleme eigentlich Schwindel? Kurzfristig vs. langfristig

00:10:51 Risiken der Diagnosestellung durch Ausschluss

00:12:24 Diagnostische Lücken in der routinemäßigen HNO-Praxis

Kein spezifischer Test: reicht das aus, um es auszuschließen?

00:16:59 Vestibuläre Migräne vs „zervikaler Schwindel“

00:20:51 Sponsor: Physiotutors Premium

00:21:27 Häufige Fehlbezeichnungen: BPPV, Hypofunktion und PPPD

00:25:45 Zervikale Propriozeption: Relevanz bei akut vs. chronisch

00:32:32 Interpretation von zervikaler Torsion und SPNT-Tests

00:36:53 Sponsor: Physiotutors-Kurse

00:37:55 Parallelen zu chronischen Kreuzschmerzen

00:38:41 Warum die Forschung weiter an den gleichen Mustern festhängt – und warum es biomechanischen Bias gibt

00:45:19 Klinische Anleitung für Patient:innen mit Schwindel und Nackenschmerzen

00:46:54 Mythen aufdecken: negative Faktoren aus HNO-Bereich und Psychologie

00:49:23 Abschlussgedanken

00:50:33 Wo du Firat findest

00:51:19 Outro

Gäste

Firat kesgin 2025

Firat Kesgin

Firat ist der Gründer des Deutschen Instituts für Vestibularrehabilitation und unterrichtet seit Jahren postgraduale Kurse in ganz Europa. Sein Schwerpunkt liegt darauf, dass Ärzt:innen und Therapeut:innen Schwindel- und Gleichgewichtsstörungen besser verstehen und behandeln können. Neben seiner klinischen und lehrenden Tätigkeit arbeitet Firat aktuell an einer PhD-Arbeit zur Standardisierung der BPPV-Tests sowie zur Umsetzung strukturierter vestibulärer Rehabilitationsprogramme in der ambulanten Versorgung.

Beschreibung

In dieser Folge spricht Firat Kesgin, Gründer des Deutschen Instituts für Vestibuläre Rehabilitation, über das umstrittene Thema zervikogener Schwindel. Er stellt die Aussagekraft dieser Diagnose infrage und argumentiert, dass Schwindel, der häufig mit Nackenschmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit der Halswirbelsäule einhergeht, nicht als eigenständige Erkrankung betrachtet werden sollte. Kesgin bezieht sich auf die Position der Barani Society, wonach der Zusammenhang zwischen zervikalen Problemen und Schwindel keine hochwertige Evidenz hat. Er erklärt, dass Patient:innen mit vestibulären Störungen die Kopfbewegung oft einschränken, sodass es mit der Zeit zu Problemen im Nackenbereich kommt, die dann fälschlicherweise als zervikogener Schwindel gedeutet werden können. Kesgin betont, wie wichtig eine korrekte Diagnostik ist – und welche Risiken bestehen, wenn man sich auf Diagnosen stützt, die vor allem durch Ausschluss anderer Ursachen entstehen. Er macht deutlich, dass spezialisiertes Wissen zu vestibulären Störungen nötig ist, um Fehlzuweisungen und unnötige Behandlungen zu vermeiden. In der Diskussion geht es außerdem um die psychologischen Aspekte von Schwindel – im Vergleich zu chronischen Schmerzsyndromen, bei denen das zentrale Nervensystem eine entscheidende Rolle spielt. Kesgin plädiert für ein umfassenderes Verständnis vestibulärer Störungen und warnt davor, komplexe Symptome mit simplen mechanischen Erklärungen abzutun.

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