CTS

Karpaltunnelsyndrom

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Symptom Diagram

Karpaltunnelsyndrom Schmerzdiagramm

Kribbeln/Parästhesie im Daumen bis zum Mittelfinger mit Ausstrahlung in den Unterarm. Bilaterale Präsentation möglich

Hintergrund informationen

Patientenprofil

  • Weiblich > männlich
  • 40-60 Jahre alt
  • Prävalenz bei weiblichem Reinigungspersonal 48 %.
  • Schwangere Frauen bis zu 62%

Pathophysiologie

Häufig treten die Symptome bei Patienten mit Berufen auf, die repetitive und kraftaufwendige Handarbeiten beinhalten. Dies kann zu einer Schwellung der Sehnen führen, die den Karpaltunnel verengen und den Medianusnerv gefährden. Praktisch alles, was eine solche Verengung verursachen kann, kann eine mögliche Ursache für CTS sein:

  • Trauma: Radialfraktur, Blutung, Luxation des Handwurzelknochens
  • Tumore: Lipom, Ganglion, Osteophyten
  • Anschwellen von Sehnen
  • Arthritis

Darüber hinaus gibt es Risikofaktoren, die mit peripheren Nervenerkrankungen wie dem CTS in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören Schwangerschaft, Fettleibigkeit, Schilddrüsenunterfunktion, Nierenversagen, Diabetes und rheumatoide Arthritis.

Verlauf

Der natürliche Verlauf von CTS ist Berichten zufolge eher ungünstig: 32 % bis 58 % der Patienten haben nach einem Jahr einen negativen Ausgang.

Der Verlauf eines konservativ behandelten CTS ist sehr unterschiedlich, aber es wird berichtet, dass er sich mit der Zeit verbessert. Es gibt jedoch Berichte über eine 85%ige Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls ein bis vier Jahre nach Ende der Behandlung.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Vorgeschichte

Lange Anamnese, ohne Trauma: Patienten neigen dazu, lange zu warten, bevor sie einen Arzt aufsuchen, da die Symptome schubweise auftreten. Bei Trauma: Ein Trauma kann die Ursache der Symptome sein.

  • Ausstrahlung
  • Tief
  • Elektrisierend
  • Unangenehmes Kribbeln
  • Taubheit
  • Probleme bei feinmotorischen Aufgaben
  • Leitsymptom: Taubheit der Hände

 

Körperliche Untersuchung

Inspektion
Muskelatrophie m. abd. pollicis, Handgelenk erscheint quadratisch

Aktive Prüfung
Kraft: Defizite im M. abd pollicis brevis und M. opponens pollicis. Möglicherweise Flaschenzeichen (Verlust der Kraft beim Greifen)
Feinmotorische Aufgaben: Schwierigkeiten, kleine Gegenstände zu greifen

Funktionelle Bewertung
Nicht immer leicht zu demonstrieren; Anlehnen oder Endbereich der Palmarflexion; in fortgeschrittenen Stadien mögliches Flaschenzeichen

Spezielle Tests

 

Neurodynamik

ULTT 1 und 2

Passive Untersuchung
ROM & Gelenkspiel: Handgelenk, Daumen, Ellbogen, Schulter, Halswirbelsäule: keine spezifischen Anomalien bei CTS; Untersuchung der Halswirbelsäule PPIVM PPAVM zum Ausschluss einer Wirbelsäulenbeteiligung

Zusätzliche Tests
Ultraschall und/oder elektrische Neurographie sollten zur weiteren Diagnostik durchgeführt werden, da die Sens/Spec von Spezialtests schlecht ist

 

Differenzialdiagnose

  1. Radikuläres Syndrom C6/C7
  2. TOS
  3. Polyneuropathie
  4. Läsion des Medianusnervs oder PEP (z. B. Pronatorsyndrom)
  5. Polymyalgia
  6. Raynaud-Syndrom

Behandlung

Strategie

Konservative oder chirurgische Behandlung. In beiden Fällen besteht das Ziel darin, den Nerv zu dekomprimieren und Raum für seine Bewegung zu schaffen. Chirurgische Entlassung nur, wenn die konservative Behandlung keinen Erfolg bringt

Interventionen

Konservativ: Taping, Bracing, neurodynamische Techniken, Mobilisierung der Handwurzelknochen, Mobilisierung des Handgelenks, Ultraschall, Kortikosteroide

Keine eindeutigen Hinweise darauf, welche konservative Therapie am wirksamsten ist

Chirurgisch: Spaltung des Retinaculums zur Dekompression des Nervs

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