Zervikogener Kopfschmerz

Zervikogener Kopfschmerz

Zervikogenes Kopfschmerzmuster

Symptom Diagram

Cgh

Im Allgemeinen kann sie an jeder Stelle des Kopfes auftreten
Häufig: frontal, retro-orbital, okzipital, temporal

Hintergrund informationen

Patientenprofil

  • Weiblich > Männlich
  • Alle Altersgruppen
  • 15-20% aller rezidivierenden Kopfschmerzen sind zervikogen

Pathophysiologie

Auslöser

  • Stress
  • Anhaltende Körperhaltungen (Schlafen, sitzende Tätigkeit)
  • Bewegungen in eine schmerzhafte Richtung: z.B. Rotation-Extension

Ursache

  • Zervikale Dysfunktion
  • Konvergenz von N. Trigeminus und Spinalnerven der oberen Halswirbelsäulenabschnitte. Reizung von Strukturen, die von den ersten drei zervikalen Spinalnerven innerviert werden (Muskeln, Diskus, Vertebralarterien, Arteria carotis interna, Facetten)
  • Eine genaue Identifizierung der betroffenen Struktur, die den Kopfschmerz verursacht, ist aufgrund der Nähe der Trigeminusnerven nicht möglich
  • Begleitende Faktoren können eine wichtige Rolle bei der Ätiologie spielen: Unruhiger Schlaf, Stress, psychologische Faktoren, Ernährung, Allergien usw.

Schmerzmechanismen

  • Mechanisch nozizeptiv: Bewegungsabhängig, richtungsabhängig, ein/aus Charakteristik
  • Ischämisch nozizeptiv: Schmerzen, die bei längerer statischer Haltung auftreten
  • Maladaptive zentrale Sensibilisierung: Faktoren, die das Schmerzempfinden beeinflussen
  • Motorleistung: Veränderung des Muskeltonus und der Bewegung

Verlauf

Dem Beginn der Kopfschmerzen gehen Nackenschmerzen voraus. Die Dauer der schmerzhaften Periode variiert zwischen Stunden und Tagen. Besserung der Symptome innerhalb von 3 Monaten nach Abschluss der Behandlung. Mäßige bis gute Wirksamkeit

Anamnese und körperliche Untersuchung

Vorgeschichte

Anamnese variiert (in der Regel lang), Kopf-/Wirbelsäulentrauma (WAD, Sturz) in der Anamnese4, Nackenschmerzen, die dem Kopfschmerz vorausgingen, der Patient beschreibt eine posturale Belastung während ADLs, kann aber oft keinen spezifischen Auslöser beschreiben (<50%), andere übereinstimmende Kopfschmerztypen, der Schmerz wurde zunehmend schlimmer + andere (migräneähnliche) Symptome

  • Unilateral/bilateral mit einer dominanten Seite: der Schmerz wechselt nicht die Seite
  • Nagend, pulsierend, pochend
  • Schmales Band um den Kopf
  • Eingeschränktes ROM in der Halswirbelsäule: besonders hohe Rotation der Halswirbelsäule
  • Ausstrahlender Schmerz: Referenzschmerz
  • Nicht scharf schießen
  • Mäßig bis schwer
  • Beginnt im Nacken
  • Kann migräneähnliche Symptome haben: Übelkeit, Photophobie, Schwindel usw.

Körperliche Untersuchung

Inspektion
Der kraniozervikale Winkel (Linie des Dornfortsatzes C7 zum Tragus des Ohrs) ist <51° (normal): Ø 44,5% in der symptomatischen Bevölkerung (± 2,3 SD)

Aktive Untersuchung
Bewegung sowohl qualitativ als auch quantitativ beurteilen

Funktionelle Bewertung
Der Patient ist in der Lage, provozierende Bewegungen zu demonstrieren

Spezielle Tests

Neurologisch
keine abnormalen Befunde

Passiv-Untersuchung
PPIVMs & PPAVMs C0-C2: lokale Steifheit bei Rotation/Extension zentral und lateral; möglicher schützender Muskelspasmus bis zum CTJ

Weitere Tests
CCFT, Auge-Kopf-Koordination

Differenzialdiagnose

  1. Kopfschmerzen vom Spannungstyp
  2. Migräne
  3. Meningitis
  4. Arteriitis kranialis
  5. Subarachnoidalblutung
  6. Tumor
  7. Fraktur

Behandlung

Strategie

Beginnen Sie mit der Patientenaufklärung. Manuelle Eingriffe an der Halswirbelsäule, Training der motorischen Kontrolle, Dehnung und Kräftigung der Halswirbelsäulenmuskulatur sowie Beseitigung von Störfaktoren.Ziel: Schmerzreduzierung, Funktionsverbesserung, Anpassung von ADLs und Beseitigung möglicher beitragender Faktoren

Interventionen

Der Patient muss den Auslöser und die Quelle des Schmerzes verstehen, um seine Situation und die Behandlungsstrategie zu verstehen

Verringerung der beitragenden Faktoren: Änderungen der Lebensweise

Stress: Entspannungsübungen, Ausdauertraining 3-4x/Woche im Rahmen eines Hobbys

Schlaf: Schlafzyklen überwachen und anpassen: ausreichende Stunden, regelmäßiger Rhythmus

Ergonomie am Arbeitsplatz: Arbeitsort und tägliche Aufgaben anpassen

Diät: Konsultation eines Ernährungsberaters zur Anpassung der Essgewohnheiten

Mobilisierung / Manipulation der C/T-Wirbelsäule

Übungen für die tiefe Nackenbeuge, allgemeine Stärkung des oberen Viertels, Dehnung

Kopfschmerz-Tagebuch: Erhalten Sie einen individuellen Einblick in die Korrelation zwischen Kopfschmerzen und bestimmten Aktivitäten

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Verweise

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